Dipsacales > Caprifoliaceae > Knautia arvensis

Wiesen-Witwenblume

(Knautia arvensis)

V - VIII Home Trockene Fettwiesen, Wegränder
25 - 75 cm indigen LC
Standort
Synonyme: Knautia communis, Knautia vulgaris, Scabiosa arvensis, Acker-Skabiose, Wiesen-Skabiose, Wiesen-Knopfblume. Hemikryptophyt, coll-mont. Stängel und Blütenstiele sind nicht stachelig. Die Krone ist 4-spaltig. Die Randblüten sind größer als die Blüten in der Mitte des Köpfchens und daher strahlend. Laubblattrosette mit endständigem Blühtrieb, Laubblätter locker behaart, fiederschnittig mit 2-6(8) Abschnitten; die Endfieder ist viel kürzer als der Rest des Blattes (Lit). Angeblich kann man damit Salat würzen - mir wäre das zu bitter.
 
Blütenstand nah
Strahlende Randblüten, 4-spaltige Krone
 
Blütenhülle
Die blühenden Köpfchen sind flach bis schwach gewölbt.
 
Blatt
08.05.2020 Traun
 
Knautia arvensis
Die Halblichtpflanze gedeiht an mäßig warmen bis warmen, mittelmäßig stickstoffhaltigen Standorten auf trockenen bis mittelfeuchten Böden (Lit).
 
Knautia arvensis
 
 
Knautia arvensis
Aufnahmen: 06.06.2017 Spitz
 
Habitus
Ein Exemplar aus Istrien, das ich zuerst für Knautia illyrica hielt. Anscheinend befinden sich hier mehrere Blattrosetten dicht nebeneinander, was auf unterirdische Ausläufer hindeutet, welche K. illyrica nicht hat. Die Endfieder ist länger als die übrigen Fiedern. Köpfchen halbkugelförmig und farblich doch etwas von der heimischen Wiesen-Witwenblume abweichend.
 
Blütenstand
 
 
Blütenstand
 
 
Blätter
Aufnahmen: 13.04.2017 bei Momjan

Wikipedia

Aus der Flora von Oberösterreich 1876

"493. K. arvensis. Coult. (Scabiosa arv. M. e. K. Knautia communis Godr. — K. vulgaris Döll. — Trichera arv. Schrader. Acker-K.)
Wurzel spindelig, zuletzt einen schiefen, oberwärts ästigen Wurzelstock bildend. Stengel aufrecht oder aufsteigend, einfach oder ästig, am Grunde von abwärtsgerichteten, auf Drüsen sitzenden Haaren borstig und von untermischten, kürzeren Haaren, die nach aufwärts in dem Masse mehr als die borstigen sich verlieren, flaumig, seltner nebst den Blättern fast kahl. Blätter sehr verschiedengestaltet, eiförmig bis lanzettlich, spitz oder zugespitzt, bald ungetheilt und dabei ganzrandig oder gesägt, bald fiederspaltig oder fiedertheilig mit linealen oder lanzettlichen, spitzen, meist ganzrandigen Zipfeln, die wurzelständigen in den Blattstiel verlaufend, die oberen stengelständigen sitzend; kahlere Formen dunkel- oder grasgrün, behaartere graugrün. Blumenkronen 4 spaltig, die randständigen meist grösser, strahlend, selten alle gleichförmig, röthlichviolett oder hellblau, sehr selten weiss.
Juni — Herbst


Ändert ab:

  • α longifolia. Coult. (Scabiosa long. W. e. K. — Kn. longifolia Koch.)
    Stengel 1—2" hoch, dick, einfach oder 2 — 3 Aeste gabelig ausschickend, nebst den Blättern kahl oder fast kahl, oberwärts nebst den Köpfchenstielen mit Steif-, Flaum- und drüsentragenden Haaren besetzt, welche letztere länger als die Flaum- und kürzer als die Steifhaare sind. Blätter sämmtlich ungetheilt, ganzrandig, seltner einige entferntgesägte untermischt, länglich oder verlängert-lanzettlich, grasgrün, fast glänzend, die untersten bei 6" Länge 2" breit. Blumenkronen strahlend, länger als die Hülle, röthlichviolett.
  • β sylvatica. Coult. (Scabiosa sylv. L. sp. — S. pannonica Jacq. S. dipsacifolia
    Host. — Knautia sylvat. Koch.) Stengel 1 — 3' hoch, einfach oder ästig, von abwärtsgerichteten, auf rothen Drüsen sitzenden Steifhaaren borstig, oberwärts nebst den Köpfchenstielen ziemlich kahl und drüsenlos. Blätter sämmtlich ungetheilt, elliptisch oder eiförmig, dunkelgrün, schlaff, behaart, gesägt, selten ganzrandig, die untersten bei 5" Länge 3" breit, die stengelständigen zuweilen an der Basis eingeschnitten, mit Ohrläppchen geziert. Blumenkronen strahlend, bald kürzer, bald länger als die Hülle, röthlichviolett, zuweilen azurblau geschminkt, sehr selten weiss.
  • γ diversifolia. Neilr. (Scabiosa arvensis L. sp.Knautia arvensis Koch. — Trich. arv. Schrad.) Stengel 1 - 2' hoch, auf dürren Triften oft nur 3 — 6" hoch, ästig, unterhalb von abstehenden, auf schwarzen Drüsen sitzenden Steifhaaren und dazwischen gestellten kürzeren Haaren rauhhaarig, oberhalb sammt den Köpfchenstielen mit drüsenlosen Haaren besetzt. Blätter bald sämmtlich leyerförmig, fiederspaltig oder fiedertheilig, bald die unteren ungetheilt, elliptisch oder lanzettlich, ganzrandig, gesägt oder eingeschnitten, mehr minder behaart, gras- oder graugrün. Blumenkronen strahlend, länger als die Hülle, blassazurviolett. Die Blätter sind als blutreinigendes Mittel offizinell. (Herba Scabiosa}, Krätzkraut, Apostemkraut.)
  • δ eradiata. Neilr. (Scabiosa campestris Besser.) Stengel 1 — 3' hoch, ästig, unterhalb borstig, oberhalb nebst den Köpfchenstielen kurzhaarig, drüsenlos. Blätter ungetheilt, elliptisch oder lanzettlich, ganzrandig oder gesägt, behaart, trübgrün. Blumenkronen alle gleichgestaltet, die randständigen nicht grösser, nicht strahlend.

α Selten in Alpen und Voralpenthälern auf Kalk und Sandstein, z. B. im Preiseggergraben (Schiedermayr), am Almkogel bei Weyer (Breitenlohner).


β In Auen, an feuchten, schattigen Waldstellen im Flachlande und Gebirge gemein, auf Granit, Gneiss, Kalk uud Sandboden; um Linz zunächst im Fügerwäldchen, am Pöstlingberge, in Buchenwäldern bei Steyregg, in Donau- und Traunauen. Um Wels, Lambach, Gmunden, Steyr, Weyer; in üppiger Form (Scab. dipsacifolia) in der Voralpenregion um Neustift, Weyer, Windischgarsten, im Stoder, um Spital am Pyhrn, in Bergwäldern, im Wienerwege bei Micheldorf, am Anstiege zur Gradalpe und im Salzkammergute; auch im oberen Mühlkreise besonders auf thonigem Boden an der bairischen Grenze 1800' aufsteigend. Im Innkreise um Raab, Obernberg u. s. w.


γ Auf Wiesen, Triften, an Wegen, Rainen im Flachlande und mittlerem Gebirge auf verschiedenartigem Boden höchst gemein.


δ Auf der Welserhaide an Schottergrubenrändern und unter Kornsaat bei Hörzing, Neubau, Hörsching, selten und wahrscheinlich von der Aussaat bedungen; am steinigen Wege vom Achleithner- zum Pfaffenwieserhof am Pfennigberg; vom Luftenberg nach St. Georgen an Ackerrändern; auf der Gemeindewiese bei Königswiesen (Dittelbacher).
"

Aus: Duftschmid, J.: Die Flora von Oberösterreich, II. Band (Seite 421), Linz 1876, Verlag Ebenhöchsche Buchhandlung.
Anmerkung: Es trifft K. arvensis γ diversifolia zu. K. arvensis α longifolia gibt es in Oberösterreich nicht.

 

 Letzte Bearbeitung 28.02.2024